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Vollnarkosen


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teilweise oder ganz

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Teilnarkosen

die Narkose

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ohne zusätzliche Erkrankung




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mit zusätzliche Erkrankungen





Narkoserisiko bei gesunden Menschen:

Nur äußerst selten entsehen bei einem gesunden Menschen allein durch die Narkose Probleme.

Dennoch hat natürlich jeder Angst, daß es gerade Ihn erwischt, das gerade er eine Komplkation erleidet. In der Regel reicht „gutes Handwerk“ aus, um Schaden von Ihnen fern zu halten. Für manche Narkosen braucht es einen „Künstler“. Machen Sie sich klar, daß Ihr Anästhesist das Schicksal nicht beeinflussen kann. Ärzte sind keine Götter, sie vollbringen keine Wunder. Das klingt alles recht abstrakt, soll aber im Folgenden mit Leben gefüllt werden.

Zwischenfälle bei gesunden Menschen gehen häufig auf nicht besprochen individuelle Risikoerkrankungen zurück:

So etwas ist zum Beispiel die Neigung zu schwerem Sodbrennen. Es gibt sogar Menschen die nachts hustend aufwachen und morgens noch die Speise schmecken, die sie abends gegessen haben. Dies ist ein Hinweis auf einen undichten Verschluß des Magens, bei dem Speisebrei und Magensäure bis zum Mund aufsteigen können. Im Schlaf führt dies zu einem Erwachen, zumindest aber zu einem Husten. Bleibt dieses Erkrankung im Aufklärungsgespräch unerwähnt, besteht ein großes Risiko, daß Magensaft unbemerkt in die Lunge hineinläuft, wenn die Narkose begonnen wurde. Stellen Sie sich vor Sie schütten Essigessenz (Magensaft) auf Zuckerwatte (hat in etwa die Konsistenz von Lungengewebe). Diese Situation bedeutet eine echte Lebensgefahr, wenn sie Ihren Anästhesisten nichts davon erzählen. Nur dann kann er spezielle Medkamente verordnen, die die Magensäure weniger sauer machen; die Narkose auf eine besondere Art beginnen und so die Gefahr wesentlich verkleinern.

Das gleiche gilt für bekannte Allergien. Vor allem solche gegen Medikamente und Latex oder Gummi können schwere, lebensbedrohliche Situationen auslösen. Einfach nur die Tatsache, daß der Anästhesist darum weiß und diese Stoffe vermeiden kann und eventuell schützende Medikamente verabreicht, verringert Ihr Risiko drastisch.

Viel seltener kommt es zu einem ersten Ausbruch einer Erkrankung zum Zeitpunkt einer Narkose

Unbekannte Allergien können natürlich auch bei einer Operation auftreten. Machen Sie sich aber klar, daß sie auf dem OP-Tisch viel besser dran sind, als wenn Sie zu Hause auf eine eingenommene Tablette allergisch reagieren. Ihr Notarzt steht gleich bei Ihnen und kann Sie behandeln. Dennoch ist es natürlich besser es passiert nichts...

Darüberhinaus gibt es seltene Stoffwechselerkrankungen, die im Zusammenhang mit einer Narkose (und nur hier, nie im alltäglichen Leben) schwerst-lebensbedrohliche Zustände des Körpers erzeugen. Hier reagiert der Organismus auf Medikamente, die nur bei Narkosen zum Einsatz kommen. Und zwar so als würde bei einem Auto das Standgas auf Vollgas verstellt. Die „Drehzahl“ wird soweit gesteigert, daß sich der ganze Körper überhitzt und schließlich nach völliger Verausgabung zusammenbricht. Diese sehr seltene Erkrankung wird deshalb übersetzt auch „bösartige Überhitzung“ genannt (maligne Hyperthermie).

Diese vier Beispiele sollen nur verdeutlichen, daß es einerseits vermeidbare und andererseits schicksalhafte Komplikationen gibt, die nur auf spezielle Eigenheiten Ihres Körpers zurückgehen.



Die folgenden Probleme gelten als allgemeine Risiken, daß heißt immer wenn man sich einer Narkose unterzieht, können bestimmte Schädigungen eintreten. Die dabei angewendeten Methoden können - auch wenn sie nach allen Regeln der Kunst durchgeführt werden - die beschriebenen Unannehmlichkeiten oder Schädigungen verursachen:

Das häufigste und zum Glück sehr schnell verschwindende Problem ist das Halskratzen nach einer Vollnarkose. Wenn eine Vollnarkose notwendig wird, muß im Narkoseschlaf - also für den Patienten unbemerkt ! - ein Beatmungschlauch durch den Mund bis in die Luftröhre geschoben werden. Bei empfindlichen Menschen kann schon allein der Kontakt des Schlauches einen Reiz wie ein falsch verschluckter Brotkrümmel machen. Obwohl der Fremdkörper längst weg ist, dauert der Husten und das Reizgefühl an. Gegen dieses Problem kann man leider wenig unternehmen, es löst sich aber innerhalb von einigen Stunden von allein.

Gelegendlich ist die Plazierung des Beatmungsschlauches sehr schwierig, so daß mehrere Versuche notwendig werden. (Dies kann zu kleinen Schleimhautverletzungen im Hals führen, deren Abheilung etwas länger dauert.) Das ist auch die Situation bei der in sehr seltenen Fällen eine Beschädigung der Zähne mit der Lampe verursacht werden kann, mit der der Beatmungsschlauch vorsichtig zwischen den Stimmbändern hindurch manövriert wird. Gesunde Zahnreihen werden sehr selten beschädigt. Liegt eine schwere Zahnhalsentzündung oder Zahnfäule vor, sind Zähne bereits locker oder stehen sie einzeln, ist das Risiko einer Beschädigung höher. Weisen Sie Ihren Anästhesisten auf beschädigte Zähne hin, er wird besondere Vorsicht walten lassen.

Etwas seltener kommt es zu Übelkeit und Erbrechen nach Anästhesien. Manche Patienten sind nie davon betroffen, andere immer. Sollten Sie zu der letzten Gruppe gehören beschreiben Sie Ihrem Anästhesisten genau wie oft und wie lange Sie Probleme bei der letzten Narkose hatten. Viele Medikamente, die zu einer Narkose verwendet werden können Unwohlsein auslösen. Auch in einem Alkoholvollrausch fühlt man sich nicht immer pudelwohl. Nach einer Narkose ist der körper in einem ähnlichen Zustand. Es gibt Medikamente die man vor, während und nach der Narkose geben kann, um Ihre Probleme zu lindern.

Kältezittern ist ebenfalls eine sehr unangenehme Begleiterscheinung im Zusammenhang mit Narkosen. Die in der Narkose sehr stark durchblutetete Haut verliert im Luftstrom der Klimanlage viel Wärme. Und dieser Wärmeverlust wird nach einer Operation durch Muskelzittern wieder ausgeglichen. Durch Medikamente kann man aber die Geschwindigkeit des Wiederaufwärmens und das Unbehagen in der Untertemperatur verringern.

Wird mit einem Gegenstand die Haut durchstoßen, besteht immer die Gefahr, daß eine Blutgefäß verletzt wird und Blutung entsteht, das Bakterien in den Körper hinein gebracht werden, die eine Entzündung verursachen oder daß ein Nerv beschädigt wird. Dies klingt banal, kann aber im Einzelfall gravierende Probleme nach sich ziehen. Andererseits wird durch das Einbringen von Kathetern Ihre Sicherheit erhöht, da nur so frühzeitig kleine Veränderungen in Ihren Körper wahrgenommen werden, bevor sie große Probleme entstanden sind. Durch die Punktionen wird in der Regel ein Schlauch in den Körper eingebracht, über den Medikamente gegeben werden können oder der der Überwachung von Körperfunktionen dient. Besprechen Sie die Notwendigkeit einer Punktion mit Ihren Anästhesisten.

Sollten Sie nach der Narkose irgendwelche Mißempfindungen oder Veränderungen an Ihren Körper verspüren, sollten Sie auf ein Gespräch mit Ihrem Anästhesisten bestehen.

Noch ein paar Worte zu Schmerzen nach einer Operation. Schmerzen sind keine Komplikation !!!

Eine völlige Beschwerdefreiheit ist nicht immer sicher. Aber es darf nicht sein, daß ein Patient nach einer Operation mit „hellen“-bohrend-brennenden Schmerzen in seinem Bett liegt. (Ein dumpfer Druck und „das Gefühl man sei operiert worden“, ist dagegen nur sehr schwer mit Schmerzmitteln zu behandeln.) In jedem Fall läßt sich mit modernen Schmerzmitteln ein Zustand erzeugen, in dem Sie sich nicht gequält fühlen.

Melden Sie frühzeitig Ihren Schmerzmittelbedarf an.

Warten Sie nicht bis Sie es nicht mehr aushalten können. Erstens hat der Schmerz nach einer Operation keinen Sinn wie im Alltagsleben, wo er einen vor der Schädigung des Körpers warnt. Und zweitens ist ein geringer Schmerz viel leichter zu behandeln. Bei leichterem Schmerz wird der lindernde Effekt der Medkamente viel schneller einsetzen. Haben Sie erst einmal lange Zeit Schmerzen ausgehalten, müssen Sie dann noch lange warten bis jemand auf Ihr klingeln kommt und ist schließlich der zuständige Arzt nicht sofort erreichbar, kann es noch einmal eine halbe bis eine Stunde dauern bis Ihnen geholfen wird. In dieser Zeit „lernt ihr Gehirn den Schmerz“, der Schmerz wird dadurch viel schwerer zu behandeln.



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