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vor dem Eingriff



die Operation

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nach dem Eingriff




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auch die Seele muß heilen







allgemeine Überlegungen für die Zeit nach dem Eingriff:



zuerst einmal muß die Akutphase überstanden werden...

Die Operation ist gut vorbei. Der Patient ist wieder auf der Station angekommen. Schmerzen hat er keine. Er findet in der Nacht sogar ganz passabel Schlaf. All sind erstaunt wie gut es dem Patienten geht, sogar de Patient selbst.. Das Gefühl man sei dem Tod von der Schippe gesprungen und die Gewissheit es geht weiter nach der Operation bescheren häufig sehr gute ein bis zwei Tage. Eine gnädige aber kurze euphorische Phase durchleben viele Patienten.

Dem Patienten kann man nur raten diese Zeit ganz und gar zu geniesen. Denn es geht ihm wirklich gut! Die Angehörigen müssen sich schon etwas mehr disziplinieren. Am 3. oder 4. Tag kommt es noch einmal zu einem deutlichen Tief, auch dann wenn „medizinisch alles bestens läuft“. Es ist das Abfallen der inneren Anspannung, das Ende des „Sich-Zusammenreissens“ die in eine mehr oder weniger deutliche Depression mündet. Jeder kennt die Reaktion kleiner Kinder die Ihrer Eltern verloren haben: Solange die Situation noch ungeklärt ist halten sie sich tapfer. In dem Moment wo sie in den Armen der Muter liegen, fangen sie hemmungslos an zu weinen.

Auch der ganze Körper macht in dieser Zeit eine Umstellung vom „Kampfstoffwechsel“ zum „Erholungsstoffwechsel“ durch. Das sprichwörtliche Adrenalin, das den Schub und die Kraft vermittelt, wird akut weniger. Der Patient stellt an sich selbst fest, daß der Antrieb immer schwerer wird. Plötzlich kann er nicht mehr so gut aufstehen wie am Tage zuvor. Er fühlt sich kraftloser und schlapper. Alles das sind ganz normale Abläufe! Wenn es soweit ist, werden Sie - als Patient und als Angehöriger - nicht unruhig...

Sehr wichtig ist es, vor allem für die Angehörigen, um diesen Ablauf zu wissen. Erstens, lassen Sie nicht nach in Ihren Bemühungen um Ihren Patienten, etwa indem Sie einfach für drei Tage nicht mehr zu Besuch kommen: „es gehr ihm ja so gut“. Stärken Sie den Patienten indem Sie ihm vermitteln, daß die kleinen Rückschritte ganz normal sind.



was tun Sie als Vertrauensperson ganz konkret....

Zunächst einmal wird es für den Patienten am angenehmsten sein, wenn einfach nur jemand da ist. Jemand der ihm ein Taschentuch reicht, der ihm die Stirn mit einem kalten Waschlappen abwischt, mit dem er seine Nöte besprechen kann, bevor er sie an Plegepersonal oder Arzt heranträgt. Der Patient selbst kann nicht für Unterhaltung des Besuchers sorgen! Hier ist Stillarbeit angesagt. Bringen Sie sich ein Buch, ein paar Zeitschriften und wenn Sie so etwas mögen, etwas Handarbeit mit. (Und natürlich, wie immer wenn Sie Krankenhaus gehen: Vergessen Sie nie eine Flasche Wasser, ein paar Äpfel, einge Butterbrote, etwas zum Naschen.) Auch für den Patienten macht es die Situation leichter, wenn er sieht, daß es Ihnen nicht am Nötigsten fehlt.

Es ist nicht jedermanns Sache sich einfach 4 oder 5 Stunden neben einen dösenden Menschen zu setzen. Ohne diskriminierend zu sein, ist es dennoch häufig eine Fähigkeit, die gestandene Frauen mitbringen. Das Problem ist, den Zustand des Patienten über mehrere Stunden und das häufig einige Tage auszuhalten, ohne eine sofortige Genesung zu erwarten. Dazu kommt, daß eine Vertrautheit zwischen Patient und Besucher nötig ist. Den ersten Gang zur Toilette begleitet in der Regel die Schwester oder der Pfleger. Aber auch später sind Hilfestellungen bei bei der Reinigung nach dem Toilettengang nötig....Eine zusätzliche Rückenwäsche tut dem Patienten ganz einfach gut. Vor allem, da in den Tagen unmittelbar nach der Operation häufig starkt geschwitzt wird.

Und noch eine ganz wichtige Sache: Sowohl die Ärzte, aber auch vor allem das Pflegepersonal, betrachten Sie nicht als Störfaktor. Auch dann nicht wenn Sie über viele Stunden des Tages neben dem Krankenbett sitzen. Ganz im Gegenteil die Frage, ob ein Patient Besuch erhält, wird regelmäßig auf den Visiten besprochen. Es geht nicht darum, daß Sie Tätigkeiten übernehmen müssen. Aber die Pflegestellen sind nicht so berechnet, daß für jeden Patienten eine Maximalbetreung möglich wäre. Für den echten Komfort des Pateinten können nur Sie als Besucher sorgen.

Das Pflegepersonal hat natürlich die Verantwortung für die Patienten im pflegerischen Sinne. Das geht damit los, das eine Abschätzung notwendig ist, welcher Patient allein aufstehen kann, wer nur mit Begleitung und welcher nur unter fachkundiger Unterstützung des Pflegeteams. Auch Sie wollen nicht, daß ihr Angehöriger stürzt. Wenn die betreuenden Pflegepersonen Sie einzuschätzen gelernt haben, werden sie Ihnen als regelmäßiger Besucher alle Unterstützung zukommen lassen.

Wenn Sie nicht wissen wie irgendetwas geht (wohin mit den Schläuchen, etc), fragen Sie nach, es gibt viele Kunstgriffe und Tricks, die Sie ja nicht allen neu erfinden müssen. Das beginnt schon beim Aufsetzen des Patienten auf die Bettkante. Sie können es nicht, bevor sie es nicht einmal bei einer Fachkraft gesehen haben!

Natürlich kann es sein, daß man Sie zu Pflegemaßnahmen bei anderen Patienten oder während einer Visite herausbittet. Für Ihren Patienten würden Sie sich aber sicher die gleiche Diskretion wünschen, wenn es um Angehörige anderer Patienten geht. Nutzen Sie die Zeit für eine kleine Pause an der frischen Luft oder auch in der Cafeteria.





Eine Genesung dauert viel länger als man denkt...





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