ì

für Patienten


Intensivstation

è

für Angehörige



î

nach Komplikationen





Intensivstation für Angehörige:



Die Intensivstation ist sicherlich kein Ort an dem man sich nach einer Operation gut erholen kann: Der Patient ist an EKG-Kabel angeschlossen, meistens noch an Infusionen usw. und er hat in der Regel verordnete Bettruhe, er ist quasi angebunden. Ständig kommt jemand an das eignene Bett oder an das des Nachbarpatienten (in der Regel liegen zwei Patienten in einem Zimmer) und will etwas. Es gibt keine Privatsphäre und keine Ruhe. Das beginnt mit dem dem Waschen und Betten morgens, dann finden mehrfache Visiten statt, die Krankengymnastik wird angeleitet, Blutabnahmen werden bis zu 5 mal am Tag durchgeführt, das Licht wird bis auf wenige Stunden in der Nacht nicht gelöscht und Alarmtöne von Überwachungsgeräten hören Sie eigendlich ständig.

So wie oben beschrieben erleben die Angehörigen die Intensivstation, wenn sie zum erstem Mal kommen, um den Patienten zu besuchen.

Von den Patienten wird die Intensivstation in der Regel so nur wahrgenommen, wenn der Zeitpunkt für die Verlegung gekommen ist. Das ändert nichts daran das die Situation so ist wie oben beschrieben!



Nach einer Operation kommt der Patient in der Regel geplant auf die Intensivstation.

Das heißt schon vorher wird von den behandelnden Ärzten entschieden, das auf Grund der Schwere der Operation oder von bestehenden chronischen Erkrankungen eine Überwachung auf der Intensivstation nötig ist.



Was passiert im einzelnen:

Transport vom OP-Saal zur Intensivstation

Die Narkose wird nach dem Ende der Operation weitergeführt. Der Patient wird tiefschlafend, mit Beatmungschlauch, vom Op-Tisch in sein Bett gelegt und dann von einem Anästhesisten auf die Intensivstation gefahren. Während dieses Transportes wird die künstliche Beatmung fortgesetzt, Narkosemedikamente werden gegeben und EKG, Blutdruck und Sauerstoffgehalt des Blutes werden wie im OP mit einem mobilen Meßgerät erfaßt.

Der Anästhesist aus dem OP übergibt, dem auf der Intensivstation diensttuenden Arzt, die Krankengeschichte des Patienten und weißt noch einmal auf Erkrankungen hin, die eine besondere Überwachung oder Behandung erfordern. Der Stationsarzt nimmt eine Aufnahmeuntersuchung vor, um den Zustand des Patienten bei der Ankunft genau festzuhalten. Anordnungen für Medikamente und besondere Untersuchungen schreibt er ins Krankenblatt. Der betreuende Pfleger schließt die Überwachungsgeräte und Infusionspumpen der Intensivstation an, bettet den Patienten und dokumentiert ab jetzt aller Meßwerte in die Fieberkurve.

Aufwachphase

Jetzt ist der Patient tief schlafend, mit noch liegendem Beatmungschlauch, künstlicher Beatmung, aber in seinem Bett auf der Intensivstation angekommen.

Mit sehr starken Schmerzmitteln wird ein künstlicher Narkoseschlaf weiter aufrechterhalten. Der Patient wacht in dieser Phase nur deshalb nicht auf, weil er Medikamente bekommt. Dies verhindert, daß der Patient unmittelbar nach dem Eingriff, wenn die Verletzungen durch die Operation noch sehr schmerzhaft wären, wach ist. So verschläft er praktisch die Zeit in der der Wundschmerz am größten ist. Wie für die Narkose während der Operation muß künstlich beatmet werden.

Der Bedarf an schlaferhaltendem Schmerzmittel wird immer wieder neu angepaßt. Gerade soviel, daß der Patient ruhig schläft, der Kreislauf aber noch stabil bleibt. Die Entspannung die die Schmerzmittel erzeugen ist so groß, daß der Patient sogar zu atmen vergißt. Puls und Blutdruck sind ebenfalls, wie im Schlaf, eher niedrig. Nicht nur äußerlich schläft der Patient, sondern auch sein vegetatives Nervensystem zeigt alle Reaktonen, die ein Mensch im Schlaf hat.

Die Körpertemperatur ist direkt nach der Operation häufig etwas zu niedrig. Ein sofortiges Erwachen würde mit starkem, unangenehmem Kältezittern einhergehen. Da in der Narkose die Wiedererwärmung langsam abläuft, bleibt das Zittern aus. Die Zeit über die der Patient künstlich im Schlaf gehalten wird, richtet sich vor allem danach, wie lange es dauert bis eine normale Körpertemperatur vorliegt. Nach langen Operationen dauert das 4-8 Stunden. Das erklärt auch warum die Patienten nicht am Tag der Operation erwachen, sondern erst in der Nacht.

Während dieser Zeit ist nahezu ständig eine betreuende Pflegekraft am Krankenbett. Die Atmung, der Blutdruck und der Puls werden ständig kontrolliert. Wenn die künstliche Beatmung beendet ist, schläft der Patient in der Regel wieder ein. Zu diesem Zeitpunkt kann sich die Schwester schon mit dem Patienten unterhalten. Er kann gezielt angeben, ob er beginnende Übelkeit, Schmerzen oder Mundtrockenheit verspürt. Diese Probleme werden natürlich auch jetzt schon behandelt. Damit er sich melden kann, wird ihm die Klingel in die Hand gegeben. Errinnern wird er sich an all das allerdings fast nie. (Dieser Zustand jetzt ähnelt dem eines schweren Alkoholrausches.)

Bis zu einem echten Erwachen dauert es noch einmal einige Stunden. Bis dahin wechselt ein Dämmerschlaf mit kurzem Wachsein.

Ein besonderes Problem stellt die zeitweise auftretende Verwirrtheit von alten Patienten nach einem großen operativen Eingriff dar. Die Patienten erkennen plötzlich ihre Ehefrau nicht mehr oder sie beschimpfen ihren Sohn oder ihre Tochter. Dies kann beim ersten Besuch auftreten oder auch später. Häufig sind die Patienten unruhig und bettflüchtig, sie merken selbst, das etwas nicht stimmt, sehen Dinge die nicht da sind und hören Stimmen. Da diese Halluzinationen mit Phasen von völliger Klarheit abwechseln können, ist der Umgang mit den Patienten vor allem für die Angehörigen sehr schwer. Wenn Sie als Angehörigen den Patienten plötzlich, über Nacht völlig verändert vorfinden, sind verständlicherweise in größter Sorge. Durch diese akute Wesensänderung der Patienten wird regelmäßig das Vertrauen zwischen den Besuchern und den behandelnden Ärzten empfindlich gestört. (Suchen Sie wie immer das Gespräch! Hier ist nichts falsch gelaufen.) Dieser Zustand ist umso wahrscheinlicher je größer die Operation und je älter die Patienten. Auch ein regelmäßiger Nikotin- und Alkoholgenuß verstärkt die Entstehung von Verwirrtheit nach einer Operation.

Die Verwirrtheit ist vor allem deswegen problematisch, weil die Patienten nicht mehr mitarbeiten. Daß heißt sie machen keine Atemgymnastik mehr, lassen sich nicht mehr zur Bewegungstherapie motivieren und lehnen das Essen und Trinken ab. Treten keine zusätzlichen Komplikationen auf bildet sich diese Verwirrtheit wieder vollständig zurück.



Bei einem geplanten Aufenthalt auf der Intensivstation, wird Ihr Angehöriger nach einem, höchstens aber nach einigen wenigen Tagen wieder zurück auf die normale Station verlegt. Auch das wieder auf sich selbst gestellt sein (ohne intensive Überwachung und Pflege) also die Notwendigkeit sich wieder selbst zu bemühen, hat beim Patienten einen aktivierenden und damit letztlich der Heilung förderlichen Effekt.



zur Homepage

zur Sitemap

interaktive Hilfe

fragen@op-info.de