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vor dem Eingriff



die Operation

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nach dem Eingriff




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auch die Seele muß heilen





allgemeine Überlegungen vor dem Eingriff:



Das Problem der Aufklärung über Risiken:

Unter Blutung stellt man sich den Schnitt in der Hand mit dem Küchenmesser, schlimmstenfalls mit der Kreissäge vor. Auch ein Autounfall liegt im Erfahrungshorizont für Blutungen vielleicht vor. Die vorstellbare Gefahr die von einer Infektion ausgeht, ist für den Nichtmediziner die einer schweren Grippe, vielleicht auch die nebulöse Angst an AIDS zu erkranken. Unter der Auflösung von Nähten in seinem Bauch kann er sich nichts Konkreteres vorstellen als die geplatzt Hosennaht.

Für den Patienten:

Genau hier liegt das Problem. Einerseits kann die Tragweite der Aufklärung über eine Komplikation nicht ermessen werden. Andererseits hat der Patient eine Erkrankung, die druch eine Operation geheilt werden soll . Letztlich geht jeder – auch der der medizinisch gebildetete - mit der Hoffnung in die Operation, das es ihn schon nicht erwischen wird. Der einzige Unterschied ist, daß der Arzt der sich einer Operation unterzieht, genau weiß was es heißt, er habe ein „Anastomoseninsuffizienz am Dünndarm“ (Selbstauflösung der Naht zwischen zwischen zwei Dünndarmschlingen). Er hat vielleicht schon selbst viele Patienten über Wochen mit diesem Krankheitsbild betreut und auch einige daran sterben sehen.

Der Nicht-Mediziner ist allenfalls vom Tonfall beunruhigt, mit der ihm der Arzt von dieser möglichen Komplikation berichtet. Füllen kann er den Begriff allenfalls mit der vor seinem geistigen Auge platzende Hose über einem einem prallen Gesäß. Er versteht den Inhalt nicht, versteht nur das es sich um etwas Gefährliches handelt.

Für den Arzt:

Und an dieser Stelle wird es noch einmal schwierig. Jetzt aber nicht beim Patienten, sondern beim aufklärenden Arzt. Der Arzt möchte natürlich, daß der Patient dem Eingriff zustimmt. Sei es damit die Heilung möglich wird, sei es damit ein Client nicht verloren geht.

Geht es dem Patienten vor dem Eingriff schlecht, ist die Aufklärung weniger umfangreich. Der Patient ist in der Regel zu allem bereit wenn nur seine Beschwerden aufhören. Juristisch ist die Situation für den Arzt einfach. Bei einen schmerzgepeinigten Patienten wird kein Richter, im Falle eines möglichen Prozesses, eine fehlende Bedenkzeit oder eine unvollständige Aufklärung monieren. Bei einem akuten Darmverschluß ist es einfach, da dieser Zustand nur etwa zwei, drei Tage (mit unstillbarem Erbrechen) überlebt werden kann. Die einzige Weg zur Linderung der Beschwerden, bei gleichzeitigen Überlebenleben, besteht in der Operation.

Das andere Extrem sind kosmetische Operationen, wie zum Beispiel eine Brustverkleinierung. Der Patient bedarf nicht zwingend einer Operation. Andere höhere Güter, wie seelischer Leidensdruck oder Rückenschmerzen führen zum Entschluß des Patienten sich einer eine Operation zu unterziehen.

In beiden Fällen ist der Arzt gehalten die Abwägung für und gegen die Operaton im Sinne des Patienten zu treffen. Im ersten Fall heißt dies: Wird die Aufklärung zu drastisch vorgenommen, lehnt der Patient die Operation vielleicht unnötigerweise ab. Vielleicht wird allein durch die Aufklärung Lebensmut und Zuversicht genommen. Obwohl eine gute Ausssicht auf Heilung besteht, könnte sich der Patient aufgeben.



Für Patient und Arzt:

Wird jedoch bei einer Vorsorgeuntersuchung ein bösartiger Tumor gefunden, der keine Beschwerden macht besteht kein körperlicher Leidensdruck. Die Vorstellung von Schmerzen oder Komplikationen nach oder durch die Operation der gegen später aufgewogen werden kann. Es scheint so als hätte der Patient die Wahl. Im Grunde hat er sie hier ebenfalls nicht. Mal abgesehen von der Möglichkeit, daß auch der Tumor zu einem Darmverschluß führen kann und dann ein Notfalleingriff durchgeführt werden muß.



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