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vor der ambulanten Operation



ambulant oder stationär ?

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vor dem Erstgespräch im Krankenhaus




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vor der Aufnahme im Krankenhaus





die Entscheidung: ambulante oder stationäre Operation?


Zunächst einmal klingt es sympathischer eine Operation ambulant durchführen zu lassen. Man fühlt sich viel weniger krank, bei dem Gedanken abends wieder nach Hause zu gehen. Und den operierenden Arzt kennt man ja auch schon.

Für viele Patienten ist eine ambulante Operation sicher eine gute Sache, aber sicher nicht für alle.

Stellen Sie sich vor, wie die Situation nach der Operation für Sie sein wird:

Dies hängt ganz entscheidend davon ab, wie gesund Sie vor der Operation sind und welche Operation durchgeführt wird.

Günstig ist eine ambuante Operation für eine junge Frau, wenn eine Bauchspiegelung bei unerfülltem Kinderwunsch gemacht werden soll. Die Situation ist deshalb günstig, weil die Patientin wahrscheinlich

    jung und gesund ist,

    nicht alleine lebt und

    die Operation keine großen Wunden hinterläßt und deshalb nicht mit großen Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen zu rechnen ist. Ist nur einer dieser Punkte nicht gegeben, muß der Wunsch nach einer ambulanten Operation überdacht werden.

besondere Vorerkrankungen:

Bei manchen Erkrankungen, aber auch bei manchen Therapien für bestehende Erkrankungen ist eine ambulante Operation nicht möglich:

Leiden Sie zum Beispiel unter einem Schlafapnoe-Syndrom (schwerster Form des Schnarchens) kann bei Ihnen ambulant nur dann eine Vollnarkose gemacht werden, wenn eine besondere Nachsorge für Sie arrangiert wird. Unter normalen Bedingungen führt eine nicht optimal funktionierende Maskenbeatmung dazu, daß Sie am nächsten Tag sehr unausgeschlafen sind. Nach einer Narkose besteht für Sie die Gefahr, daß Sie einen schweren Sauerstoffmangel erleiden, wenn mit der Maske nicht alles 100%ig funktioniert. Das heißt das Risiko eines Herz- oder Hirninfarktes ist für Sie ohne gute Überwachung stark erhöht.

Bei Erkrankungen der Blutgerinnung kann auch einer einfache Bauchspiegelung zu schweren nicht behandelbaren Blutungen führen. Normalerweise sind in einer Praxis keine Blutkonserven und auch kein Frischplasma vorrätig. Ein notfallmäßiger Transport in ein Krankenhaus kann notwendig werden. Besprechen Sie dieses Problem mit den behandelnden Ärzten.

Sind Sie Träger einer künstlichen Herzklappe, brauchen Sie ein Medikament zur Blutverdünnung. Im normalen Alltag wird deshalb „Marcumar“ eingenommen. Ist eine Operation nötig, muß dieses Medikament abgesetzt werden. Damit es in dieser Zeit nicht zur Anlagerung von Blutgerinnseln auf der Kunstklappe und so zu einem Schlaganfall kommt, brauchen Sie ein Ersatzmedikament (Heparin). Diese Substanz wird mit einer kleinen Pumpe 24 Stunden pro Tag in die Vene gepumpt. Kurz vor der Operation wird diese Pumpe abgestellt und direkt danach wieder in Betrieb genommen, bis Sie wieder eine gute Blutverdünnung (d.h. einen therapeutischen Quick- / INR- Wert) mit dem Marcumar erreicht haben. Es wird also nur für die Zeit der Operation auf die Blutverdünnung verzichtet. In dieser Zeit brauchen Sie viele Laborkontrollen und eine kontinuierliche Anpassung der Heparindosierung. All dies ist unter ambulanten Bedingungen in der regel nicht zu leisten.

Immer dann wenn schwere Allgemeinerkrankungen vorliegen, die Sie schon im Alltag einschränken, muß man überlegen, ob eine ambulante Operation möglich und sinnvoll ist.
 
 
 

die Art der Operation:

Ist zu Erwarten, daß eine Operation mit stärkeren Schmerzen einhergeht, ist eine ambulante Operation in der Regel nicht sinnvoll. Bei Operationen mit einem „Leibschnitt“ ist dies der Fall. Aber auch kleine Operationen z.B. am Großzeh können äußerst schmerzhaft sein. Ist der Nachschub von Schmerzmitteln gesichert, und ist jemand in den ersten Tagen für Sie da, ist eine ambulante Betreung möglich. Liegen Sie völlig alleine zu Hause und bekommen starke Schmerzen, ist die Hilflosigkeit grenzenlos. Unter dem Eindruck starker Schmerzen verändert sich das gesamte Befinden. Sie werden eventuell nicht mehr in der Lage sein klar zu denken. Sie brauchen dann jemanden der für Sie entscheidet, ob der Arzt angerufen wird oder ob Sie ins Krankenhaus müssen.

Aber auch der Grad der Behinderung nach einer Operation kann für eine stationäre Unterbringung sprechen. Wird nach einem Knochenbruch der rechten Hand der ganz Arm eingegipst, wohnen Sie dazu noch alleine und haben ein höheres Lebensalter, kann es sinnvoll sein, wenn Sie die ersten Tage bei voller Versorgung im Krankenhaus bleiben.

Wenn eine tägliche Thrombosespritze nach der Operation notwendig ist, müssen Sie sich fragen, ob Sie sich selbst spritzen können oder ob es jemanden gibt der es jeden Tag (auch Sonntags) für Sie tun kann.

unvollständige Liste der Operationen mit Narkose, die typischerweise ambulant durchgeführt werden:

Gelenkspiegelung an Knie oder Schulter

Begradigung der Großzehe

Entfernung von Krampfadern

Ausschabung

Bauchspiegelung

größere Zahnbehandlungen

Linsenoperationen am Auge

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